Studien- und Berufswahlorientierung

„Schule soll nicht nur Abschlüsse, sondern auch passgenaue Anschlüsse vermitteln.“

Der vielbeschriebene gesellschaftliche Wandel vollzieht sich insbesondere auch im Erwerbsleben. In Zeiten der Modernisierung und Globalisierung bieten sich jungen Menschen im Berufsleben zahlreiche (neue) Chancen, aber auch generelle Unsicherheiten. Als Schule wollen und müssen wir unseren Schülerinnen und Schülern dabei helfen, sich in dieser Umgebung zurechtzufinden und das für sie persönlich Beste aus ihren Begabungen und Interessen zu machen.

Zielsetzung ist, dass unsere Schülerinnen und Schüler...

  •  Verständnis für den Zusammenhang von Arbeit, Produktion und gesellschaftlichem Wandel entwickeln;
  • grundlegende Informationen zur Wirtschafts- und Arbeitswelt erhalten;
  • Situationen und Anforderungen des Arbeitslebens durch Einblicke in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und die Hochschulen kennen lernen;
  • individuelle fachliche Interessen und Fähigkeiten ohne Einschränkungen durch tradiertes Rollenverhalten entwickeln;
  • zu einer eigenverantwortlichen Studien- und Berufswahl befähigt werden.

Dazu setzt das Ravensberger Gymnasium auf ein breit angelegtes und stufenweise aufgebautes Konzept zur Studien- und Berufsorientierung:

Jahrgangsstufe 7

In der Jahrgangsstufe 7 wird den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben, einen ersten Einblick in die Berufswelt durch ein 1-tägi­ges Praktikum am „Girls'Day" bzw. "Boys’Day“ zu gewinnen.

Der „Girls' & Boys' Day" ist eine bundesweite Aktion zur Chancengleichheit und findet traditionell im April jeden Jahres statt. Für konkrete Termine und Hintergrundinformationen lohnt der Blick auf die Webseiten http://www.girls-day.de/ bzw. http://www.boys-day.de/. Dort befinden sich auch regionale Angebote, für die sich die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld des Tages anmelden können.

Jahrgangsstufe 8 und 9

In der Jahrgangsstufe 8 und 9 sind verschiedene Bausteine zur Berufsorientierung verankert, die im Wesentlichen darauf abzielen, die Studien- und Berufswahl der Schülerinnen und Schüler anzustoßen, indem sie sich strukturiert und reflektiert mit ihren Interessen, Potentialen und Zukunftsvorstellungen auseinandersetzen.

Im Politikunterrich werden dazu zunächst die Bedeutung der Arbeit für den (erwachsenen) Menschen sowie Anforderungen an die Arbeitswelt thematisiert.

Eine Potentialanalyse durch externe Träger soll den Schülerinnen und Schülern dabei helfen, sich über ihre Fähigkeiten und Neigungen klar zu werden. Die Einführung eines Berufswahlpasses unterstützt die Jugendlichen in der Auseinandersetzung mit der Studien- und Berufswahl und dokumentiert ihre Erkenntnisse und Entwicklung in diesem Bereich.

Aufbauend auf die Ergebnisse ihrer Selbstreflexion haben die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Berufsfelderkundungen mehrfach die Gelegenheit, in für sie interessanten Bereichen erste praktische Erfahrungen zu sammeln.

Unterstützt werden sie dabei durch ein gezieltes Bewerbungstraining sowie Beratungsangebote durch die Agentur für Arbeit.

In der Jahrgangsstufe 9 wird zudem eine eintägige Betriebserkundung durchgeführt, die von Lehrkräften begleitet wird und die den Schülerinnen und Schülern zusätzlich die Möglichkeit bieten soll, in einen Betrieb und dort vertretene Berufsbilder hineinzuschnuppern.

Durch die Studien- und Berufswahlkoordinatoren werden die Schülerinnen und Schüler ein Jahr im Voraus über Ablauf des Praktikums sowie Vorgehensweisen bei der Praktikumssuche informiert. Wertvolle Erfahrungen zum Praktikum aus erster Hand erhalten sie zudem durch SchülerInnen der Jahrgangsstufe EF die ihr Praktikum gerade absolviert haben.

Einführungsphase (Jg. 10)

In der Einführungsphase der Oberstufe (Jahrgangsstufe 10) absolvieren die Schülerinnen und Schüler nach den Herbstferien ein zweiwöchiges Praktikum in einem Betrieb, den sie sich in Jahrgangsstufe 9 selbstständig gesucht haben.

Durch die Studien- und Berufswahlkoordinatoren wird das Praktikum organisatorisch mit den Schülerinnen und Schülern vorbesprochen.

Ausgewertet wird das Praktikum durch die Anfertigung eines ausführlichen Praktikumsberichtes, der im Anschluss benotet wird sowie in einer gemeinsamen Nachbesprechung, in der die gewonnenen Erfahrungen in der Gruppe ausgetauscht und gebündelt werden.

Ein weiterer Baustein zur Berufsorientierung ist die Teilnahme am Berufetag im Schützenhof. Dieser wird an einem Tag im Dezember von experiMINT durchgeführt und stellt Berufsbilder aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) handlungsorientiert vor. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei explizit angeregt, sich auszuprobieren, Fragen zu stellen und zu experimentieren.

Die Hochschultour OWL ist ein Baustein zur Studienorientierung und wird am Ende der Einführungsphase in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing Bielefeld durchgeführt.  Die Schülerinnen und Schüler lernen die Fachhochschule und die Universität Bielefeld kennen, bekommen einen Einblick in die jeweils angebotenen Studiengänge sowie die Unterschiede zwischen den beiden Hochschultypen und der Schule.

Erstes Jahr der Qualifikationsphase (Q1 bzw. Jg. 11)

Im ersten Jahr der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 11) findet für die Schülerinnen und Schüler an einem Tag zu Beginn des zweiten halbjahres eine Studienbörse statt, auf der sie sich zu verschiedenen Hochschulstudiengängen durch Vertreter unterschiedlichster Hochschulen informieren lassen können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, an einem studienfeldbezogenen Beratungstest über die Agentur für Arbeit teilzunehmen.

Auf der jährlich stattfindenden Vocatium-Messe in Bielefeld können sie außerdem Einzelgespräche mit Vertretern der sich dort präsentierenden Unternehmen und/oder Hochschulen vereinbaren. Die Vorstellung des Messeprogramms und die Einführung in die Anmeldemodalitäten erfolgt direkt am Ravensberger Gymnasium.

Ein weiterer Baustein ist die Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit zum Thema "Abitur und wie weiter?".

Zweites Jahr der Qualifikationsphase (Q2 bzw. Jg. 12)

Im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (Jahrgangsstufe 12), dem Abschlussjahr ihrer Schullaufbahn, erhalten die Schülerinnen und Schüler Informationen über die Vergabe von Studienplätzen durch den Berufsberater der Bundesagentur für Ar­beit.

Ein „Bewerbertag“ zu Beginn der Q2 informiert alle Interessierten über noch offene Ausbildungsplätze in der Region.

Noch immer Unentschlossenen wird die Möglichkeit geboten, in Eigeninitiative Praktika in den Ferien zu absolvieren oder an Schnuppertagen der Universitäten teilzunehmen.

Die monatliche Sprechstunde beim Berufsberater der Agentur für Arbeit gibt allen Schülerinnen und Schülern ab der Mittelstufe die Gelegenheit, spezielle Fragen im Einzelgespräch zu klären und/oder weitere Beratungstermine festzusetzen.