Journalismus, Kochen und Gartenpflege im Land der Kiwis

Alina Gellrich über ihre Zeit in Neuseeland (2010)

Man sagt, ein Auslandsjahr bringt einem wertvolle, umfassende Fremdsprachkenntnisse, ein Verständnis für andere Kulturen und eine Erweiterung des persönlichen Horizonts. Darüber hinaus waren meine sechs Monate im Land der Kiwis – Neuseeland – eine Erfahrung, die mich mein Leben lang begleiten wird und mir von keinem mehr genommen werden kann.

Im Juli 2010 startete meine große Reise an das andere Ende der Welt. Nach zweiundzwanzig Stunden Flug kam ich im winterlichen Neuseeland an, indem mich, neben einer neuen Kultur und einem neuen Schulsystem, ein beeindruckendes Lebensgefühl der Menschen erwartete, deren Herzlichkeit und Freundlichkeit mir schon vorher immer wieder von der Organisation „Travel Works“ angekündigt worden waren.

Von Juli bis Dezember konnte ich Ashburton, eine kleine, 16.000 Einwohner große, ungefähr 80 km von Christchurch (Südinsel) gelegene Stadt, mein zu Hause nennen. In diesem halben Jahr besuchte ich das Ashburton College, das ca. 1.100 Schülerinnen und Schüler von den Klassen 9 bis 13 besuchen. Spannend fand ich besonders das große Fächerspektrum, denn neben den Klassikern Mathe, Englisch, Geschichte und Co. konnten auch Journalismus, Kochen, Fotografie, Business Management, Elektronik, Gartenpflege, Japanisch, Maori und viele andere gewählt werden. Wie es  typisch ist für neuseeländische Schulen, wurde Schuluniform getragen, was mir relativ gut gefallen hat. Die Schule begann morgens um 8.45 Uhr, und sie endete nach fünf Fächern, einer 20-minütigen und einer einstündigen Pause um 15.20 Uhr.

Meine Freizeit und die Ferien verbrachte ich vor allem damit, Freunde zu treffen und zu reisen. Überall ergaben sich Möglichkeiten, das Land zu erkunden, wobei auch meine Gastfamilie eine große Rolle spielte, denn sie unternahm mit mir einige Trips und bot immer Hilfe an, wenn es um Beratung und Buchung der Reiseziele ging.

Heimweh nach meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland kam nach ein paar Monaten auf, doch durch die ständige Abwechslung und durch die Freiheiten, die ich hatte, war es nie besonders stark. Der Abschiedsschmerz am Ende meiner Reise übertraf sogar das Heimweh, das ich vorher hatte.

Mein Aufenthalt in Neuseeland hat mir sehr viel gebracht. Ich bin selbstständiger geworden und auch ein Stück erwachsener. Es war eine Erfahrung, die ich jederzeit wieder machen würde und die sich sehr gelohnt hat!