Virtuelles Zeitzeugengespräch

Die Gedenkstätte „Zellentrakt“ und Raphaela Kula und Fritz Bornemeyer ermöglichten dem Projektkurs Geschichte der Q1 eine Videokonferenz mit der Holocaustüberlebenden Rozette Kats.

Coronabedingt konnte die 1942 geborene Niederländerin Rozette Kats nicht nach Herford kommen, wo eigentlich mehrere Veranstaltungen mit ihr im Begleitprogramm der derzeitigen Ausstellung in der Gedenkstätte „Zellentrakt“ geplant waren. Raphaela Kula und Fritz Bornemeyer, die seit langem mit Rozette Kats befreundet sind, stellten daher am 4. 9. im Projektkurs  Geschichte der Q1 in einem selbstgedrehten Film ihre bewegende Lebensgeschichte vor, führten in die Geschichte der Niederlande im 2. Weltkrieg ein und moderierten eine Videokonferenz mit der Zeitzeugin.

Rozette Kats wurde als Baby von ihren jüdischen Eltern in eine christliche Familie gegeben. So überlebte sie den Holocaust, während fast alle ihre Angehörigen in den Konzentrationslagern Sobibor und Auschwitz ermordet wurden. Erst mit 6 Jahren erfuhr Rozette vom Schicksal ihrer Familie und lebte seitdem, wie sie selbst formulierte, „mit einem Schatten“: Angst abgeschoben zu werden, eine gespaltene Identität und die verzweifelte Suche nach Informationen über ihre eigentliche Familie prägten ihr Leben. Als Erwachsene erhält sie von einem Onkel das Hochzeitsbild ihrer Eltern. Erst im vergangenen Jahr gelangte sie an ein Foto, das sie auf dem Arm ihres Vaters zeigt, der neben ihrer Mutter steht.

Seit vielen Jahren engagiert Rozette Kats sich in Zeitzeugengesprächen mit Jugendlichen und gab auch den Projektkursschülerinnen in fließendem Deutsch ausführliche Antworten auf ihre Nachfragen. Für alle war dies ein beeindruckender Nachmittag.

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