Theaterspielen am anderen Ende der Welt

Rosa Husemann über ihre Zeit in Neuseeland (2014)

Bevor ich im Sommer 2014 nach Neuseeland geflogen bin, hätte ich noch jedem, der Möglichkeit besitzt, dazu geraten, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Nachdem ich selber meine Erfahrungen machen durfte, würde ich jetzt nur noch jedem, der einigermaßen starke Nerven hat, dazu raten. Man muss offen sein, und am Anfang ist es nicht unbedingt leicht, sich an die neuen  Eindrücke, die neue Umgebung, die Leute und ihre Sitten zu gewöhnen. Aber sobald man sich eingewöhnt hat und Freunde kennen gelernt hat, kann es zur besten Zeit des Lebens werden.

Ich hatte das große Glück, meine Zeit in Pukekohe, einem kleinen Ort südlich von Auckland auf der Nordinsel, verbringen zu dürfen. Ich lebte auf einer Farm mit vielen Tieren und einer wundervollen Familie, die mich herzlich aufnahm und mich sofort in ihren Alltag eingliederte.

Ich besuchte die Pukekohe High School. Ich wurde morgens mit einem typisch amerikanischen, gelben Schulbus abgeholt. (Generell ist Neuseeland recht amerikanisch angehaucht). Der Unterricht begann um 8.40 Uhr. Es folgten zwei Unterrichtsstunden, eine 20-minütige Pause, dann wieder zwei Stunden Unterricht, 45 Minuten Mittagspause und dann noch eine Stunde, bevor es mit dem Bus wieder nach Hause ging. Besonders gut fand ich, dass man auch das Fach Theaterspielen belegen konnte, denn das Theaterspielen fördert nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern stärkt auch den Klassenverband und macht riesigen Spaß.

Zuhause warteten Pferde auf mich, um die ich mich kümmerte und die ich trainierte. Außerdem half ich im Kuhstall und dabei, die anderen Tiere zu versorgen. Ich traf mich oft mit Freunden und reiste durchs Land, welches mit seiner abwechslungsreichen Landschaft für jeden etwas zu bieten hat. Obwohl ich besonders am Anfang starkes Heimweh hatte und ich den Akzent der Neuseeländer zu Beginn kaum verstanden habe, war die Zeit am anderen Ende der Welt die beste meines Lebens. Ich habe die tollsten Menschen dort kennen gelernt und bin selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, mit schwierigen Situationen umzugehen und offener auf Menschen zuzugehen. Ich werde diese Erfahrungen nie vergessen!